Containerreedereien setzen weniger auf Abgasreinigungsanlagen als erwartet

Um trotz Schweröl die stufenweise strenger werdenden Umweltrichtlinien in der Seeschifffahrt einhalten zu können, kommen Abgasfilter zum Einsatz. Sogenannte Scrubber, verlieren nach neusten Meldungen jedoch ihren Reiz.

Nach Berechnungen des Marktforschers Alphaliner werden momentan 52 Schiffe mit einer Kapazität von 500.000 Teu mit Scrubbern ausgerüstet. Im März waren es noch 117 Schiffe mit 1,2 Mio. Teu. Insgesamt wurden mittlerweile 465 Containerschiffe umgerüstet. Der Anteil von Containerschiffen mit Abgasreinigungsanlangen an der Gesamtflotte liegt bei 23,5 Prozent.

Ein Grund für den Rückgang ist die Entwicklung des Preisverfalls des schwefelarmen Treibstoffs (Very Low Sulphur Oil, VLSFO). Aufgrund der seit 1. Januar 2020 geltenden Imo-2020-Verordnung muss der VLSFO als Treibstoff genutzt werden, alternativ können Schiffe aber auch mit Scrubbern betrieben werden, um diese Regelung zu umgehen, und weiterhin Schweröl mit höherem Schwefelgehalt verwenden zu dürfen (Heavy Fuel Oil, HFO). Je geringer jedoch der Preisunterschied zwischen teurerem VLSFO und günstigerem HFO, desto weniger lohnt sich der Einbau eines Scrubbers. Anfang des Jahres lag der Preisunterschied am Marktplatz Rotterdam, dem größten Bunkerhafen der Welt, bei bis zu 300 USD/t; aktuell beträgt die Differenz gerade mal rund 60 USD/t.

Quelle: DVZ-Brief Nr. 27 vom 23.07.2020

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